Dieses Geschlecht kann sich einer Vergangenheit rühmen, die reich an Ereignisse, Taten und Personen ist. Man findet darüber Angaben bei diversen bibliographischen Quellen, die das, von der Familie Seibel, in der Geschichte hinterlassene Zeichen bestätigen.

Sigfidus Sypel, 1349, Hofschneider zu Worms

Matthias, 1530, Metzler zu Zwickau

Die Dokumenten wie: Die Urkunden zur hessischen Landes, Orts und Familiengeschichte. Hgg von Ludw. Baur. Darmstadt.1860 ff.. 5 Bde finden wir die Eintragund des Familiennamens in seiner Urform Sypel, der auf das Jahr 1349 zurückgeht.

“Seibel aus Hamm am Rhein” – dieser Name ist verknüpft mit einem besonderen Teil der rheinhessischen Geschichte: Mit dem deutschen Robin Hood, des Räuberhauptmannes “Schinderhannes”. Hamm liegt am Rhein, etwa 18 Kilometer nordöstlich von Worms und in dieser Gemeinde leben 2.300 Menschen. Die Geschichte des Dorfes war naturgemäß immer stark mit Vater Rhein verbunden. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine Eiche, den die Hammer 1872 gepflanzt haben.

Adam Seibel war Sohn von Adam Seibel dem ersten, jener Familie, die den legendären Räuberhauptmann “Schinderhannes” bei Hamm stets mit einem Nachen über den Rhein setzte. Sein Onkel kam deshalb zur Zeit der Verurteilung des Räuberhauptmanns in Mainz auch ins Gefängnis.

Vor 200 Jahre: Wohnung der Seibelsfamilie in der Fischergasse
Hamm bei der Rheinschleife

In der Gemeinde Eich und Hamm am Rhein lässt sich den Nachkommen der Familie Seibel ein “Stammbaum” vorlegen, der sicherlich eine mehr als bewegte Familiengeschichte beeinhält. Die Vorfahren konnten schon bis in das Jahr 1777 ausfindig gemacht warden.

Über 250 eicher Bürger und 250 Hammer sind Mitte des 19. Jahrhunderts ausgewandert. In der Mehrzahl handelte es sich praktisch um die Ärmsten der Armen und vor allem um jene Mitbürger, die sich 1848 den revolutionären Gedanken eines demokratischen Staates angeschlossen hatten. Auf dieser Weise hat sich somit, zur Zeit, Eich und Hamm auch aller politisch unerwünschten Personen entledigt. In den vergangenen Jahrhunderten verdienten viele Einwohner des Ortes ihr Brot als Fischer oder Schiffer.

Am Eicher See heute

Eine wichtige wirtschaftliche Rolle im Dorf spielte für rund 150 Jahre aber auch das Korbmachergewerbe. Diese ausgeschifften Seibels, wie viele andere Einwanderer in Brasilien wurden nach neun Wochen Seefahrt einfach “in den Urwald geworfen”.

Adam Seibel aus Hamm zog im Jahr 1859 mit seiner Familie über den großen Teich in eine neue Welt. Im Hessischen Archiv-Dokumentations-und Informations-System (HstAD Best. R 21 B Nr.NACHWEIS) ist zu lesen: Seibel, Adam II., Herkunft: Hamm. – Auswanderungsdatum: 1859-01 / Ziel: Amerika, USA, Tagelöhner. – Bemerkungen: mit Frau und 7 minderjährige Kinder. Quelle: Auswandererkartei Walter Möller. Im April desselben Jahres verliess die Familie Adam Seibel Antwerpen (Holland), an Bord des Schiffes A. Borsing, zunächst nach Amerika. Nach unbekannten Grüngen kamen die Seibel’s in Vitória an, die Landeshauptstadt der brasilianischen Provinz Espírito Santo, wo Adam mit seiner Frau und Kindern, unter denen der älteste Sohn JACOB, von Bord gingen.

Nach der Ankunft in der Siedlung Cachoeiro de Santa Leopoldina, ein mehr als 700 Kilometer von der deutschen Botschaft in Rio de Janeiro enferntes Urwaldgebiet, war sofort bemerkbar dass der Neuanfang unendlich schwer sein würde. Diese Siedlung befand sich in einer abgelegenen Urwaldregion wo die Kultivierung vom bislang unbebauten Land, das ungewohnte Klima und die fehlende medizinische Versorgung viele Opfer forderten. Ausserdem wurden die Neusiedlerfamilien, die ihr Land selbst bestellten, als Menschen zweiter Klasse behandelt.

Aber, wie Professor Schmahl schreibt, “Verpflanzt, aber nicht entwurzelt”, haben JACOB SEIBEL und seine deutschen Landesgenossen ihr Leben in der neuen Welt selbst organisiert. Sie versammelten sich als Gemeinden, bauten Schulen, Kirchen und beriefen aus eigenen Reihen Pfarrer und Lehrer und besoldeten sie aus eigener Kraft.

Der Transport an der brasilianischen Küste entlang bis in die Haupstadt Rio de Janeiro wurde von brasilianischen Schiffen gemacht. Aber diese waren nicht immer im besten Zustand, so dass sich so eine Reise immer als ein teures Abendteuer darstellte. Auch bei irgendeiner Reise über Land, mussten die Einwanderer sich die Wege durch die Wildnis selber bahnen. Irgendeine Verbindung mit der deutschen Botschaft in Rio de Janeiro war immer sehr schwierig, wodurch auch die Eintragung der benötigten konsular Matrikel unmöglich wurde.

Dies alles trug zu einer allmählichen Isolierung der deutschen Siedler im Urwald der Provinz Espírito Santo. Mit Mut und Entschlossenheit bauten sie ihr Leben auf, mit den Mitteln die ihnen zur Verfügung standen.

Obwohl in Deutschland allerhand Schwierigkeiten zurückblieben, behielten die Nachkommen von JACOB SEIBEL viele schöne Erinnerungen, woraus langsam ein romantisches Bild entstand, das sie bei ihren Kindern und Enkelkindern weitergeben konnten. Auf dieser Weise wurde das Land Ihrer Väter ein Traumland. In den heutigen Tagen erinnern Volkstänze und Volkslieder immer noch an die Heimat unserer Vorfahren. Langsan hat sich eine eigene deutsch-brasilianische Kultur entwickelt, die heute noch in den den deutschen Gemeinden in Brasilien identifiziert werden kann.

Heute leben in diesem grossen Land mehr als 4,5 Millionen Menschen deutscher Abstammung. Die Familie Adam Seibel hatt sich in der Zwischenzeit viel vergrössert und heute können schon mehr als 350 Seibels und noch über 300 Nachkommen anderer Familiennamen identifiziert werden.